Dienstag, 29. Juni 2010

Fightclub

Lange Zeit nicht mehr gemacht: von Nord- nach Süddeutschland in einem Stück auf der Autobahn. Früher legte ich diese Strecke mehrmals im Jahr zurück und jedes mal, wenn ich mich auf den Weg machte, war ein wenig Vorfreude dabei. Die Erfahrungen gehen bis weit in die Kindheit zurück, mit Beginn der Sommerferien wurde der Käfer vollgepackt, wir Kinder und die Oma nahmen auf dem Rücksitz Platz, Mutter war Beifahrerin und Vater qualmte auf dem Fahrersitz eine Schachtel Ernte 23 bis zum ersten Ziel Zeitlarn bei Regensburg. Mühsam quälte sich der Wagen mit dieser Ladung an Lastwagenkolonnen vorbei die Kasseler Berge hoch, auf Parkplätzen fand zwischendurch ein großes Picknick aus der Kühltasche statt und in den wenigen Staus konnte man andere Autoreisende einmal eingehend aus der Nähe betrachten.

Highwayfisch

Auch das diesjährige Revival startet mit dem Käfer, der mich flott von Hamburg über die Autobahn bis hinter Hannover bringt, bevor es mit offenem Dach über die Landstraße weitergeht. Hinten blubbert der Boxer, vorn glitzert die Sonne durch die Bäume - eine angenehme Art des Reisens. Dann wird beim Vater das Gefährt gewechselt, ein modernes Fahrzeug der bei den Autovermietern Economy genannten Klasse soll uns schnell und bequem in den Süden beamen. Einem sonnigen Tag begegnet man mit einer Klimaanlage, eine zeitgemäße Audio-Anlage sorgt für Information und Unterhaltung. Beste Voraussetzungen also - wie früher, nur besser.

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Mittwoch, 2. Juni 2010

Jugendstarrsinn

Das erste Fahrzeug, mit dem ich solo bewegt wurde, war ein Kinderwagen. Selber bestimmen, wo es lang geht, konnte ich danach mit einem Ballonroller. Der Einstieg in die richtig große Freiheit begann aber mit dem Fahrrad. Gleich am Anfang stand aber auch der Ärger mit den Größeren, die regelmäßig eine Runde mit meinem Bubirad drehen wollten, wodurch es mehrfach zu Gabelbrüchen kam, die dann von meinem Vater geschweißt werden mussten. Möglicherweise ist es dadurch meine pragmatische Haltung zum Fahrrad geprägt worden, allerdings können auch die in Kindheit und Jugend immer knappen Mittel dafür verantwortlich gewesen sein.
Bicycles
Unter Freunden und in der Schule war das Fahrrad eines der ersten Statussymbole. Wichtigstes Element im Ringen um die Pole-Position unter den Fahrradbesitzern war, weit vor dem umgedrehten und 'Gesundheitslenker' genannten Rennlenker und verschiedenen Verschönerungen ohne größeren Nutzwert die Gangschaltung. Sie machte den sonst schweren Start leichter und die flotte Fahrt noch flotter. Die höchste Entwicklungsstufe in dieser frühen Phase meines Fahrradlebens stellte das Bonanzarad dar, dessen Merkmal neben dem Bananensattel und der Pseudo-Federung der erigierte Schalthebel vor dem Sattel war.



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Atmosphericals auf der Altonale 2010

Im Rahmen der Altonale 2010 und des Carmen Oberst Projekts ORCHESTER DER BILDER sind am kommenden Sonntagabend auch Atmosphericals© zu sehen und zu hören. Nach der Eröffnung um 18:15 Uhr im CARMEN OBERST PHOTO.KUNST.RAUM. spielt Free D. ab ca. 19:00 Uhr live auf der Doubleneck Guitar und ist dabei umgeben von den von ihm programmierten Installationen.

CarmenOberst

Das Programm am Sonntag, dem 6. Juni 2010 findet im CARMEN OBERST PHOTO.KUNST.RAUM. und im monsun theater statt.

CARMEN OBERST PHOTO.KUNST.RAUM. monsun theater, Friedensallee 20, Hamburg

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Montag, 3. Mai 2010

Catacombe Art-Night

Die Atmosphericals©-Installation im Gewölbe des Bergedorfer Schlosses: ein kleines Rätsel für viele Besucher, unter denen sich zunächst nur die Neugierigsten an das kleine Keyboard vor der Doppelprojektion trauten. Wenn dann vorsichtiges tasten auf den Tasten die Interaktivität offenbarte, wagten sich immer neue Beobachter nach vorn und einige konnten sich nur schwer wieder losreißen.

LangeNacht4

In der Nacht folgten zwei Stunden Live-Performance. Bis Mitternacht agierte Atmosphericals©-Designer Free D. unter der Gewölbedecke als Musiker und legte Klänge unter die weiter von vielen Zuschauern gesteuerten Projektionen. Wie für diesen Ort geschaffen entfaltete die Installation trotz des reduzierten SetUps ihre Faszination. In allen Feedbacks war große Begeisterung zu spüren, eine Bestätigung der Locationwahl durch Carmen Oberst, der an dieser Stelle noch einmal für Initiative und Inspiration gedankt werden soll.

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Freitag, 30. April 2010

Wer braucht Feinde

"Was hast Du denn am Wochenende gemacht?" - "Nichts besonderes, ich bin gelaufen, habe lange gefrühstückt und ein paar Sachen erledigt." - "Ach, das ist aber schade!" Bei manchen Dialogen drängt sich der Unsinn einem begegnender Worte derart auf, dass man einfach nicht darüber weghören kann. Selten ist das jedoch so klar, wie vor einigen Wochen bei den russischen Rechtspolitikern, die angesichts der Moskauer Selbstmordattentate die Wiedereinführung der Todesstrafe forderten. Im Alltag unter Freunden ist deshalb regelmäßig schweres Durchatmen und mehrmaliges 'bis drei zählen' gefordert, um nicht durch Äußerungen aufzufallen, die einen die eine oder andere Freundschaft kosten könnten.

Stammtisch1

Freunde hat man ja heutzutage schnell im Dutzend und mehr, wenn man bei der Definition von Freundschaft schlampt. Diesbezüglich bemerkt Facebook-Chef Mark Zuckerberg ganz richtig 'Wer glaubt, dass jeder Facebook-Kontakt ein Freund ist, der weiß nicht was Freundschaft bedeutet'. Aber was bedeutet es denn nun? Selbst diejenigen, die einem nahe sind, wissen regelmäßig verlässlich zu nerven und die Frage, ob man mit diesen Nervbolzen befreundet sein möchte, darf man sich durchaus mal stellen. 'Man muss einem Freund auch mal sagen dürfen, dass er ein Idiot ist' meinte unlängst ein ... Freund! Ja - Komma - stimmt! Allerdings hören Freunde wie Idioten derlei in der Regel nicht gern und damit wären wir wieder beim Ausgangspunkt.

Steter Stein des Anstosses ist in Freundeskreisen die schlechte Laune einzelner Teilnehmer. Sie sorgt immer wieder für ebensolche, wird gern mal mit Sätzen kommentiert wie 'mach Dich mal locker' und das gehört noch zu den milderen Formen der Kritik. Die Forderung nach ständiger Bestgelauntheit gehört zu den übelsten Auswüchsen der Lifestylegesellschaft. "Ein heiterer Mensch, der einfach zu intelligent war, um hemmungslos fröhlich zu sein" sagte Dieter Hildebrandt über den Schauspieler Jörg Hube, nachdem der das zeitliche gesegnet hatte. Solch einen Nachruf hätte man gern, stattdessen läuft man aber Gefahr, noch nach dem Ableben als Stinkstiefel verunglimpft zu werden, wenn man zu Lebzeiten seiner Depression nicht ständig Herr geworden ist.

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Mittwoch, 14. April 2010

Lange Nacht im Schloss

Im Rahmen der langen Nacht der Museen in Hamburg gibt es in diesem Jahr die Gelegenheit, Atmosphericals© live zu erleben. Am Samstag, dem 24. April 2010 werden ab 22 Uhr im Kellergewölbe des Bergedorfer Schlosses animierte Projektionen zu sehen sein und Friedemann Stampa alias Free D. wird dazu live mit Ambient-Klängen performen.

LNDM1

Die Atmosphericals©-Live-Performance ist Teil der Ausstellung 'Orchester der Bilder', die von der Künstlerin Carmen Oberst initiiert und kuratiert wird. Führungen zur Ausstellung finden vor und nach der Atmosphericals©-Performance statt. Ein Ausflug zum Bergedorfer Schloss an diesem Frühlingsabend lässt sich also als Gesamterlebnis gestalten.

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Donnerstag, 8. April 2010

Moderate Rampensau gesucht?

Es gibt Menschen, für die ist die Showtreppe der Ort, an dem sie sich am wohlsten fühlen. Sie blühen dort förmlich auf und genießen es, sich zu zeigen und darzustellen. In der extremsten Form spricht man von der 'Rampensau' und diese duldet neben sich in erster Linie Stichwortgeber, Bewunderer und lebende Requisiten. Für die Moderation von Veranstaltungen und Podien ist diese Spezies selten gefragt. Zwar sind ein gesundes Maß an Extrovertiertheit und die Bereitschaft zur Wortführerschaft für diese Aufgabe durchaus von Bedeutung, wichtiger aber sind die Fähigkeit zur Beobachtung und Steuerung der Kommunikation. Vor allem Empathie, Aufmerksamkeit und gute Vorbereitung sind wichtige Faktoren für eine gute Moderation.



Medien und Showgeschäft liefern in Punkto Moderation keine guten Vorbilder. Selbstdarstellung, Polarisierung und ein je nach Format variierender Anteil an Chaos sind besonders im TV das Futter für die Quote.

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